Was Sie erwartet:
- Welche Rolle spielt Shared Decision Making bei der Behandlung?
- Was bedeutet mein Rückfallrisiko?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten habe ich?
- Bei Brustkrebs gut informiert besser entscheiden
Die Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten sind oft vollgepackt mit Informationen. Trotzdem bleiben manchmal Fragen offen: Was bedeutet die Diagnose genau? Welche Behandlungen gibt es? Und vor allem: Welche Therapie passt zu meinem Leben?
Auch wenn die nächsten Behandlungsschritte auf den ersten Blick festgelegt erscheinen, gibt es bei Hormonrezeptor-positivem frühem Brustkrebs oft mehrere Möglichkeiten. Medizinische Leitlinien geben wichtige Empfehlungen, lassen aber auch Spielraum für Rücksicht auf Ihre Bedürfnisse. Denn mit Hobbys, Familie oder Job hat jede Frau ihren eigenen Blickwinkel darauf, was ihr für eine gute Lebensqualität wichtig ist.
Shared Decision Making (SDM) bedeutet: Sie entscheiden gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Therapie Sie erhalten und wie sie durchgeführt wird. Das können Sie am besten, wenn Sie alle Ihre Behandlungsmöglichkeiten und deren Vor- und Nachteile kennen und verstehen. So können Sie gut informiert mitentscheiden, welche nächsten Schritte medizinisch sinnvoll und für Sie persönlich passend sind.
Dafür müssen Sie keine medizinische Expertin werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bringt das Fachwissen ein und Sie Ihre Lebenssituation, Ihre Wünsche und Ihre Erfahrungen. Gemeinsam entsteht daraus die für Sie beste Entscheidung.
In den Videos tauscht sich Cindy Körner, die vor einigen Jahren die Diagnose Brustkrebs erhalten hat, mit dem Krebsspezialisten PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer darüber aus, welchen Beitrag SDM bei der Wahl der Behandlung bei frühem Brustkrebs leistet.
Cindy Körner und PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer besprechen im Video, welche Rolle SDM bei HR+/HER2- frühem Brustkrebs spielen kann.
In diesem Video erklären Cindy Körner und PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer, wie Patientinnen mit Brustkrebs durch SDM aktiv bei ihrer Behandlung mitentscheiden können.
PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer bespricht mit Cindy Körner, welche Vorteile SDM für Brustkrebspatientinnen haben kann.
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Es gibt verschiedene Brustkrebsarten. Diese werden anhand von verschiedenen Eigenschaften des Tumors bestimmt
Die Entscheidung über die Behandlung hängt auch von Ihrem individuellen Risiko für einen Rückfall (Rezidiv) ab. Grund für ein Rezidiv sind Krebszellen, die nach der Behandlung noch im Körper übrig sein können, ohne nachweisbar zu sein.
Das individuelle Risiko für ein Rezidiv wird anhand vieler Faktoren abgeschätzt. Lesen Sie in diesem Beitrag mehr über das individuelle Rückfallrisiko.
Informieren Sie sich und fragen Sie im Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Lassen Sie sich beispielsweise erklären, was Begriffe wie „niedriges“ oder „hohes“ Risiko für Ihre persönliche Situation konkret bedeuten. Das wird Ihnen helfen, die Behandlung zu wählen, die am besten zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
Eine verlässliche Informationsquelle können auch medizinische Entscheidungshilfen sein, wie sie beispielsweise von SHARE TO CARE zum Thema Chemotherapie bei frühem Brustkrebs entwickelt wurde.
Welche Behandlung für Sie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich geben medizinische Leitlinien einen möglichen Fahrplan vor. Sie fassen auf Grundlage von wissenschaftlichen Daten zusammen, wie verschiedene Behandlungen bei bestimmten Krebsarten wirken. Der erwartete Vorteil einer Behandlung wird dabei mit den möglichen Nebenwirkungen abgewogen. Welcher Weg für Sie der richtige ist, hängt neben dieser Abwägung auch von Ihren persönlichen Prioritäten ab. Je besser Sie Ihre Optionen verstehen, desto sicherer können Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt den Nutzen und mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Therapien abwägen.
Im Video besprechen Krebsexperte PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer und Brustkrebspatientin Cindy Körner, wie das persönliche Rückfallrisiko bei SDM einbezogen werden kann.
Hier besprechen Cindy Körner und PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer, welche Faktoren die Auswahl der antihormonellen Therapie mittels SDM beeinflussen können.
Dieses Video zeigt eine Unterhaltung von Cindy Körner und PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer zu möglichen Faktoren bei der Entscheidung über die Therapie mit CDK 4/6-Inhibitoren.
Cindy Körner und PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer besprechen, was ein erhöhtes Rückfallrisiko für den Therapieplan und SDM bedeuten kann.
Grundsätzlich mögliche Behandlungen bei frühem Brustkrebs können sein:
Zusätzlich hilft eine unterstützende Behandlung, Symptome und Nebenwirkungen zu lindern, die Lebensqualität zu erhalten und somit an der eigenen Therapie dranzubleiben.
Die sogenannte ASK3-Methode kann Ihnen dabei helfen, Ihre Möglichkeiten zu verstehen. Diese Fragen sind:
- Welche Möglichkeiten habe ich (inklusive Abwarten und Beobachten)?
- Was sind die Vorteile und Nachteile jeder dieser Möglichkeiten?
- Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Vorteile und Nachteile bei mir auftreten?
Die Diagnose Brustkrebs bringt viele wichtige Entscheidungen mit sich. Dabei gibt es bei Hormonrezeptor-positivem und HER2-negativem frühem Brustkrebs meist nicht nur eine „richtige“ Behandlung, sondern mehrere mögliche Wege. Medizinisches Wissen und Ihre persönlichen Wünsche gehören deshalb zusammen: Was ist medizinisch sinnvoll? Was passt zu Ihrem Leben?
Shared Decision Making hilft, diese Entscheidungen gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu treffen. Je besser Sie informiert sind, desto sicherer können Sie mitentscheiden. So erhalten Sie die Therapie, die nicht nur auf Ihre Krankheit, sondern auch auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist
Weitere hilfreiche Informationen:
Quellen:
Stiftung Deutsche Krebshilfe: Brustkrebs: Symptome, Therapie & mehr, unter https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/brustkrebs/ (aufgerufen am 04.09.2025).
„Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Patientinnenleitlinie: Brustkrebs im frühen Stadium. Stand: 2018, unter: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Patientenleitlinien/Brustkrebs-im-fruehen-Stadium_Patientenleitlinie_DeutscheKrebshilfe.pdf (aufgerufen am 04.09.2025).
SHARE TO CARE: Brustkrebs im frühen Stadium – Chemotherapie ja oder nein?, unter https://eh.share-to-care.de/eh/brustkrebs-fruehes-stadium (aufgerufen am 04.09.2025).