Ihr*e Ärzt*in hat gemeinsam mit Ihnen entschieden, dass Sie zur weiteren Behandlung Ihrer Brustkrebserkrankung Kisqali zusammen mit einem Aromataseinhibitor erhalten. Wie jedes Medikament können auch diese Arzneimittel Nebenwirkungen hervorrufen. Es ist wichtig, diese rechtzeitig zu entdecken. Viele Nebenwirkungen lassen sich gut behandeln.
Inhaltsverzeichnis:
Empfehlungen zum Umgang mit Nebenwirkungen
Wie können Sie Ihre Behandlung zudem unterstützen?
iStock-1945082950_SDI Productions
Wenn Sie Nebenwirkungen verspüren, setzen Sie unter keinen Umständen eigenmächtig Ihre Medikamente ab und verändern Sie nicht die Dosis. Nebenwirkungen sind bis zu einem gewissen Grad ganz normal und lassen sich häufig in den Griff kriegen. Sprechen Sie mit Ihrem*Ihrer Ärzt*in, wenn Sie Beschwerden haben. Er oder sie wird sie unterstützen, Nebenwirkungen der Therapie angemessen zu behandeln.
EMPFEHLUNGEN ZUM UMGANG MIT NEBENWIKRUNGEN
Sie erhalten Kisqali in Kombination mit einem Aromatasehemmer. Jede dieser beiden Behandlungen kann Nebenwirkungen verursachen. Es kann auch Wechselwirkungen geben, sodass nicht immer klar zu unterscheiden ist, welche Nebenwirkung auf welches Medikament zurückzuführen ist.
Hier einige Nebenwirkungen, die auftreten können:
Bitte beachten Sie: Dies ist keine vollständige Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen und das Auftreten der unter der einen Therapie gelisteten Symptome ist für die andere Therapie nicht ausgeschlossen. Bitte lesen Sie hierzu die Gebrauchsinformationen Ihrer Medikamente.
Wenden Sie sich an Ihre behandelnden Ärzt*innen, wenn Sie Nebenwirkungen feststellen oder wenn Sie Unterstützung im Umgang mit Nebenwirkungen benötigen! Nur wenn sie oder er Ihre Beschwerden kennt, lassen sich Maßnahmen einleiten, um diesen entgegenzuwirken. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die weder hier noch in der Gebrauchsinformation aufgeführt sind.
Manche Nebenwirkungen lassen sich bereits durch einige Maßnahmen im Alltag lindern.
Bei Übelkeit und Erbrechen:
- Nehmen Sie Ihre Medikamente mit einer Mahlzeit ein und nicht auf leeren Magen.
- Essen Sie vermehrt kleinere Mahlzeiten und einen Snack vor dem Schlafengehen.
- Trinken Sie klare Flüssigkeiten (am besten kalt), z. B. Wasser oder Kräutertee, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden.
- Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Übelkeit verschlimmern können (z. B. scharfe, fettreiche oder stark zuckerhaltige Speisen).
- Wählen Sie leicht verdauliche Speisen wie Putenfleisch, Zwieback, Haferbrei, Laugengebäck, Reis oder klare Suppen.
- Vermeiden Sie Alkohol und Nikotin.
- Bewegen Sie sich an der frischen Luft.
Bei Durchfall:
- Essen Sie über den Tag verteilt mehrere kleinere Mahlzeiten.
- Vermeiden Sie Molkereiprodukte, Alkohol, Tabak, koffeinhaltige Getränke und scharfe, fettreiche Speisen (z. B. Frittiertes oder in Fett Gebackenes) sowie stark ballaststoffhaltige Speisen (z. B. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte).
- Vermeiden Sie rohes Obst und Gemüse sowie säurehaltige Früchte bzw. Säfte.
- Trinken Sie große Mengen klarer Flüssigkeiten, z. B. Wasser oder Kräutertee, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden.
Bei Schwächegefühl und Müdigkeit:
- Verteilen Sie körperliche Aktivitäten auf den gesamten Tag.
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus.
- Legen Sie sich für kurze Nickerchen hin.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Bewegen Sie sich an der frischen Luft. Schon 15 Minuten können Ihr Energieniveau beträchtlich steigern. Versuchen Sie dabei, sich jeden Tag ein wenig zu steigern (z. B. immer ein paar Minuten länger spazieren zu gehen).
- Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, wenn Sie sich kraftlos und schwindelig fühlen.
Bei Haarausdünnung/Haarausfall:
- Waschen und bürsten Sie Ihr Haar schonend.
- Verwenden Sie eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher und tragen Sie einen Hut, um Ihre Kopfhaut vor der Sonne zu schützen.
WIE KÖNNEN SIE IHRE BEHANDLUNG ZUDEM UNTERSTÜTZEN?
Neben der konsequenten Durchführung Ihrer adjuvanten Brustkrebstherapie haben Sie auch noch weitere Möglichkeiten, um Ihren Körper zu stärken:
Für erholsamen Schlaf sorgen:
Im Schlaf regeneriert sich der Körper. Versuchen Sie dabei „natürlichen“ Schlaf zu bekommen. Viele Schlafmittel bewirken zwar, dass man ein- und durchschlafen kann, doch der Schlaf ist nicht so erholsam. Suchen Sie lieber nach Möglichkeiten, wie Sie entspannen können. Entspannung bei Tag erleichtert es, nachts zur Ruhe zu finden. Hilfreich dabei können Entspannungstechniken oder auch Atemübungen sein.
Körperlich aktiv sein:
Versuchen Sie regelmäßige Bewegung in Ihren Alltag einzubauen. Körperliche Aktivität kann dazu führen, dass Sie sich frischer und energiegeladener fühlen. Der Grund dafür ist, dass beim Sport bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet werden, die den Stoffwechsel und das psychische Befinden positiv beeinflussen. Überfordern Sie sich dabei nicht und sprechen Sie sich im Vorfeld zu dem Maß an Aktivität mit Ihrem Behandlungsteam ab. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein paar Übungen zu Hause können ein guter Anfang sein.
Auf eine gesunde Ernährung achten:
Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung können Sie die Stoffwechselprozesse in Ihrem Körper unterstützen, Ihr Immunsystem stärken und – sofern vorhanden – Übergewicht reduzieren. All das kann sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken und zudem erheblich zu Ihrem individuellen Wohlbefinden beitragen.
Unterstützung suchen:
Sie müssen die Veränderungen nicht allein bewältigen. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, etwa bei Psycholog*innen oder Psychoonkolog*innen. Ihre mentale Gesundheit ist ebenso wichtig wie Ihre körperliche Gesundheit. Mit professioneller Anleitung und Begleitung können Sie vieles dafür tun, Ihr Befinden zu verbessern.
WARUM SIND KONTROLLUNTERSUCHUNGEN NÖTIG?
Vor und während Ihrer Kombinationsbehandlung mit Kisqali und einem Aromatasehemmer wird Ihr*e Ärzt*in bestimmte Tests durchführen, um festzustellen, ob die Therapie gut vertragen wird. Ziel ist es dabei auch, jene Nebenwirkungen zu erkennen, die keine offenkundigen Symptome verursachen und deshalb von Ihnen nicht ohne Weiteres bemerkt werden. Deshalb sind regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem*Ihrer Ärzt*in wichtig. Er oder sie führt Kontrolluntersuchungen wie verschiedene Bluttests, ein Elektrokardiogramm (EKG) und gegebenenfalls weitere klinisch notwendige Untersuchungen durch. So lassen sich auch nicht direkt spürbare Nebenwirkungen frühzeitig erkennen.1
Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unsicherheit und bei allem, was Sie in Zusammenhang mit Ihrer Brustkrebstherapie beschäftigt, an Ihre Ärzt*innen. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Behandlungsteam im Gespräch bleiben und alles Ungeklärte besprechen. Scheuen Sie sich dabei nicht, alle Fragen zu stellen, die Ihnen wichtig erscheinen.
Bitte achten Sie darauf, die vorgesehenen Kontrolltermine wie von Ihrem*Ihrer Ärzt*in vorgegeben einzuhalten. Als Erinnerungsstütze können Sie in Ihrem Therapietagebuch eintragen, wann der nächste Kontrolltermin bei Ihrem*Ihrer Ärzt*in ansteht. So behalten Sie den Überblick.
WARUM IST ES SO ENTSCHEIDEND DRANZUBLEIBEN?
Der wichtigste Punkt zur Verhinderung eines möglichen Rückfalls Ihrer Krebserkrankung ist die regelmäßige Einnahme der im Rahmen der adjuvanten Therapie verordneten Medikamente. Das Risiko für das erneute Auftreten der Krebserkrankung besteht auch noch Jahre nach der Diagnose. Es ist daher wichtig, dass Sie die adjuvante Therapie über die gesamte Dauer der Verordnung beibehalten.
Auch wenn es nicht immer leichtfallen mag, täglich Medikamente einzunehmen: Bleiben Sie konsequent und machen Sie die Tabletteneinnahme zu einem Teil Ihrer Alltagsroutine. Auch hier können Ihnen der Medikamentenkalender im Therapietagebuch oder die Erinnerungsfunktion Ihres Handys dabei helfen.
Und zuletzt: Lassen Sie sich auch durch kleine Rückschläge nicht entmutigen. Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen die Tabletteneinnahme vergessen haben, machen Sie einfach am nächsten Tag weiter. Jeder Tag bietet die Chance für positive Veränderung!
Quelle: