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Häufige Fragen rund um Brustkrebs

An dieser Stelle finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Brustkrebs. Details zu den einzelnen Themen erhalten Sie durch Anklicken der Links im Text.

Allgemeine Fragen

Untersuchungen und Diagnose

Brustkrebsbehandlung

Fortgeschrittener Brustkrebs

Rat und Hilfe

 

Allgemeine Fragen

Was ist Brustkrebs?

Unter der Bezeichnung Brustkrebs, die Mediziner sprechen vom Mammakarzinom (lat. mamma = weibliche Brust, griech. karkinos = Krebs), werden bösartige Tumoren der Brustdrüse zusammengefasst. Fast alle gehen von den Milchgängen oder den Drüsenläppchen des Brustgewebes aus. Sie werden entsprechend duktale (lat. ductus = Gang) oder lobuläre (griech. lobos = Lappen) Karzinome genannt. (1)

Wie häufig tritt Brustkrebs auf?

Weltweit wird die Krankheit jährlich bei rund 1,1 Millionen Frauen diagnostiziert. In Deutschland erkranken derzeit jedes Jahr mehr als 71.000 Frauen. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung der Frau. In 1 % der Fälle tritt Brustkrebs auch bei Männern auf. (2-4)

In welchem Alter tritt Brustkrebs am häufigsten auf?

Jüngere Frauen (bis ca. 40 Jahre) erkranken seltener. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken an. Das mittlere Erkrankungsalter liegt derzeit bei ca. 64 Jahren. (1, 4)

Welche Risikofaktoren gibt es?

Es gibt Faktoren, die die Entstehung und das Wachstum von Brustkrebs begünstigen. Dazu gehören:

  • Gutartige Brusterkrankungen: Sog. proliferative Mastopathie, bei der es zu einer zunächst gutartigen Vermehrung von Brustgewebe mit beginnenden Zellveränderungen kommt
  • Erbliche Faktoren: Frauen, in deren Verwandtschaft Brustkrebs aufgetreten ist, tragen ein vergleichsweise höheres Risiko, selbst zu erkranken
  • Lebensstilfaktoren: Erhöhter Alkoholkonsum, Übergewicht, Ernährung mit hohem Fettanteil, Kinderlosigkeit, späte erste Schwangerschaft, frühe erste Regelblutung, später Eintritt der Wechseljahre
  • Einfluss von Hormonen wie Östrogen und Progesteron (1, 4)

Wie ist die Prognose bei Brustkrebs?

Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit Mitte der 1990er Jahre deutlich, d. h. immer mehr Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sterben nicht daran. Für alle Brustkrebspatientinnen gesamt liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate derzeit bei etwa 83–87 %. Das bedeutet, dass fünf Jahre nach Diagnosestellung noch mehr als vier Fünftel der erkrankten Frauen leben. (4)

Rund jede fünfte Frau mit Brustkrebs erleidet einen Rückfall oder ein Fortschreiten der Erkrankung und bei etwa jeder zwölften Frau mit Brustkrebs befindet die Erkrankung bereits zum Zeitpunkt der ersten Diagnose in einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium (5). Verbesserte Behandlungsmethoden haben auch in fortgeschrittenen Erkrankungsphasen zu erstaunlichen Therapieerfolgen geführt. Betroffene Frauen haben eine gute Chance, noch mehrere Jahre mit ihren Partnern, im Kreise ihrer Familie und in ihrem Beruf aktiv und mit einer guten Lebensqualität leben zu können.

Wovon hängt die Prognose ab?

Der Krankheitsverlauf und die Behandlungsaussichten bei Brustkrebs werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören u. a.:

  • Tumorstadium, also Größe und Ausbreitung des Tumors bei der Diagnose
  • Der Grad der Entartung der Krebszellen, d. h. wie stark weichen Tumorzellen von gesunden Brustzellen ab (Differenzierungsgrad)
  • Die Lebensphase der Patientin (Alter, vor/nach den Wechseljahren)
  • Weitere Faktoren wie z. B. der Hormonrezeptorstatus des Tumors

Im Einzelfall treffen zumeist verschiedene Einflussfaktoren aufeinander, die sich in ihrer Auswirkung auf die Prognose gegenseitig beeinflussen. Statistische Werte zur Prognose sind deshalb immer nur als eine grobe Orientierungshilfe zu verstehen. (2)

 

Untersuchungen und Diagnose

Sollte ich zum Arzt gehen, wenn ich einen Knoten in der Brust fühle?

Ja, wer einen Knoten in der Brust fühlt, sollte den Frauenarzt aufsuchen. Nur dieser kann beurteilen, ob es sich bei dem Knoten um eine harmlose Veränderung der Brust oder um einen bösartigen Tumor handelt. Im Zweifelsfall leitet der Arzt weitergehende Untersuchungen ein.

Welche Untersuchungen sind notwendig, um Brustkrebs sicher ausschließen zu können?

Zum einen erfasst der Arzt die persönliche und familiäre Krankengeschichte (Anamnese) und führt eine Tastuntersuchung durch. Zum anderen sind weitere Untersuchungen notwendig, um sicher zwischen gut- und bösartigen Veränderungen der Brust zu unterscheiden. Angewandt werden meist

  • Ultraschall (Sonographie)
  • Röntgen der Brust (Mammographie)
  • Feinnadelbiopsie (Entnahme von Gewebe mit einer dünnen Nadel und anschließende mikroskopische Untersuchung)

Endgültige Gewissheit bringt in der Regel nur die feingewebliche (histologische) Untersuchung. (6)

Können durch die Feinnadelbiopsie Krebszellen in den Körper gestreut werden?

Bei der Feinnadelpunktion, die oft unter Ultraschallkontrolle stattfindet, werden mithilfe einer dünnen Punktionskanüle Zellen aus verdächtigen Herden entnommen und anschließend unter dem Mikroskop beurteilt. Nach derzeitigem Wissensstand ist eine Verschleppung von Krebszellen in den Körper durch diese Untersuchungsmethode nicht zu befürchten. (9)

 

Brustkrebsbehandlung

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Die Therapie von Brustkrebs richtet sich in erster Linie nach dem Ausprägungsgrad der Krankheit, d. h. ob der Brustkrebs örtlich begrenzt ist oder sich im Körper ausgebreitet hat. Daneben werden weitere Faktoren zur Therapieentscheidung herangezogen wie z. B. Typ und Größe des Tumors, Rückfallrisiko, das Alter der Patientin und andere. Die derzeitige Therapie stützt sich auf drei Säulen: Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapien. (6)

Tumoren, die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung noch nicht in andere Organe gestreut haben, lassen sich durch die Operation oftmals komplett entfernen. Dennoch bleibt ein Restrisiko, dass im Körper zirkulierende Krebszellen übrig geblieben sind. Deshalb schließt sich an die Operation in der Regel eine adjuvante (unterstützende) Behandlung mit Bestrahlung an, häufig ergänzt von einer medikamentösen Therapie.

Diese kann sein

Durch die adjuvant­e Therapie soll das Risiko für ein Wiederauftreten (Rezidiv) der Krankheit so weit wie möglich gesenkt werden. (6)

Bei fortgeschrittenen Tumoren, die bereits in andere Organe gestreut haben, verfolgt die Behandlung zwei Ziele: das Fortschreiten der Krankheit so lange wie möglich aufzuhalten und bestehende Beschwerden zu lindern. Die Behandlung wird immer individuell für die Patientin und ihre Krankheitssituation geplant. (2). Neben der Anti-Hormontherapie und Chemotherapie werden hier insbesondere moderne und innovative Krebsmedikamente eingesetzt. Diese richten sich gegen Strukturen, die wie mTOR oder der HER2-Rezeptor das unkontrollierte Zellwachstum vermitteln oder z. B. für die Neubildung von Tumorblutgefäßen sorgen.

Ist ein Tumor besonders groß, kann bereits im Vorfeld der Operation eine Behandlung mit einer Chemotherapie durchgeführt werden, um den Tumor zu verkleinern (neoadjuvante Therapie).

Im Bereich der modernen Therapien, etwa der Anti-Hormontherapie und der zielgerichteten Therapien, wird intensiv geforscht, um die Therapiemöglichkeiten zu erweitern und kontinuierlich zu verbessern. Brustkrebspatientinnen können sich daher über ihren Arzt auch über die Möglichkeiten zur Teilnahme an aktuellen Studien informieren.

 

Fortgeschrittener Brustkrebs

Was bedeutet „fortgeschrittener Brustkrebs“?

Experten sprechen in der Regel nur dann von einer fortgeschrittenen Erkrankung, wenn sich Brustkrebszellen an anderen Körperstellen abgesiedelt haben oder der Tumor sich auf die Brustwand ausgedehnt hat, und damit durch eine Operation nicht komplett entfernt werden kann. Dies entspricht in der Einteilung der Brustkrebserkrankung dem Stadium IV oder dem Stadium IIIC der ausgedehnten, nicht mehr operierbaren lokal fortgeschrittenen Erkrankung (2).

Was sind Metastasen und weshalb sind sie gefährlich?

Bösartige Tumoren der Brust neigen dazu, sich über das Lymphsystem und die Blutgefäße in andere Organe auszubreiten und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) zu bilden. Betroffen sind insbesondere die Knochen (z. B. Wirbelsäule, Becken, Rippen, Oberschenkel, Schädel), die Lunge und die Leber, Metastasen können sich aber auch in anderen Organen bilden (10, 11). Nach und nach verdrängen und zerstören die Metastasen das normale Organgewebe. Die betroffenen Organe können ihre Funktion nicht mehr erfüllen und es treten Schmerzen und gefährliche Komplikationen auf.

Wie wird fortgeschrittener Brustkrebs behandelt?

Für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs gibt es nicht die eine, einzige richtige Behandlung: Jede Behandlung ist ein wenig anders! Es gibt aber bestimmte Grundsätze der Behandlung, die beispielsweise von den genauen Eigenschaften eines Tumors abhängen.

Im Gegensatz zur Ersterkrankung ist bei Frauen mit Brustkrebs, der Fernmetastasen ausgebildet hat, eine Operation selten angezeigt. Da die Krebszellen nicht mehr auf die Brust alleine begrenzt sind, verabreichen Ärztinnen/Ärzte von Beginn an Medikamente. Ärztinnen/Ärzte setzen Medikamente dabei einzeln oder zusammen mit anderen Medikamenten ein, die zu einer der drei Medikamentenklassen der Anti-Hormontherapie, Chemotherapien und/oder zielgerichteter Medikamente gehören. (8)

Was kann die Ärztin/der Arzt gegen Knochenmetastasen unternehmen?

Der Knochen ist mit Abstand der Ort, an dem am häufigsten Tochtergeschwülste (Metastasen) bei fortgeschrittenem Brustkrebs entstehen (10, 11). Beschwerden durch Knochenmetastasen können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Gleichzeitig lassen sich solche Beschwerden jedoch sehr gut behandeln. Die Vorbeugung von Knochenbrüchen und die Behandlung von Knochenschmerzen fußen heutzutage vor allem auf der Gabe von Medikamenten.

 

Rat und Hilfe

Wo finde ich als Betroffene Rat?

Bei einer schweren Erkrankung wie Brustkrebs kann neben der ärztlichen Betreuung der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Das Wissen, dass andere das Schicksal teilen, stärkt oft den eigenen Umgang mit der Krankheit. Möglich wird der Austausch z. B. in speziellen Internet-Foren und Selbsthilfegruppen. Hier können die Betroffenen von dem Wissen anderer profitieren und auch ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Angebote zur Selbsthilfe bei Brustkrebs.

Wo finde ich Hilfe bei sozialrechtlichen Fragen?

Antworten auf sozialrechtliche Fragen erhalten Sie bei den Sozialdiensten, die es in den meisten großen Krankenhäusern, Krebsberatungsstellen, Geschäftsstellen von Krankenkassen und Gesundheitsämtern, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege und onkologischen Rehabilitationskliniken gibt. Diese informieren über Hilfsmöglichkeiten (z. B. Haushaltshilfen), stellen Kontakte zu Beratungsstellen (z. B. Psychologen, Familienberatung) und Selbsthilfegruppen her und helfen bei der Erstellung von Anträgen etwa für Kuren oder einen Schwerbehindertenausweis. (7)

 

Kathrin Sommer
Aktualisiert von Dr. Heidemarie Seitz und Dr. Joachim Sauer

Quellen:

1. http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/risiken/gutartige-brustveraenderungen.php abgerufen am 05.04.2017.
2. Albert U-S, et al. Patientenratgeber Brustkrebs II. Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. Berlin, 2011.
3. http://www.bcaction.de/lernen/brustkrebs-in-deutschland-europa-und-weltweit/ abgerufen am 05.04.2017.
4. Krebs in Deutschland 2007 / 2008. 8. Ausgabe, 2012. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg).
5. http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/diagnostik.php abgerufen am 05.04.2017.
6. Patientenleitlinie der Deutschen Krebsgesellschafte e. V., Brustkrebs - Die Ersterkrankung und DCIS - Eine Leitlinie für Patientinnen, 2009.
7. Die blauen Ratgeber, Wegweiser zu Sozialleistungen. Patientenbroschüre der Deutschen Krebshilfe, Stand 2 / 2016.
8. Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2015. Zuckschwerdt, München, 2015.
9. Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Biopsie. Gewebeentnahme. www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/biopsie.php abgerufen am 05.04.2017.
10. Gerber B et al. Rezidiviertes Mammakarzinom: Therapiekonzepte zum Erhalt der Lebensqualität. Dtsch Arztebl Int 2010;107:85-91.
11. Braun S et al. Mammakarzinom. Internist 2002; 43: 329-339.
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