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Anti-Hormontherapie

Anti-HormonbehandlungDie weiblichen Hormone, genauer gesagt Östrogene und Progesteron, können die Teilung von Brustkrebszellen fördern. Daher werden sowohl bei der Ersterkrankung als auch beim fortgeschrittenen Brustkrebs Medikamente eingesetzt, die der Wirkung dieser Hormone entgegenwirken. Obwohl sich im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung „Hormonbehandlung“ eingebürgert hat, handelt es sich also im Grunde um eine Anti-Hormonbehandlung.

Wann kommt eine Anti-Hormonbehandlung zum Einsatz?

Die Anti-Hormonbehandlung kommt für Sie in Frage, wenn Ihre Brustkrebszellen auf weibliche Hormone ansprechen. Dies ist für rund 65 % aller Patientinnen mit Brustkrebs der Fall. Brustkrebszellen sprechen an, wenn sie Antennen für Östrogene und/oder Progesteron besitzen, sogenannte Hormonrezeptoren. Entsprechend unterscheidet man Östrogen- (ER) und Progesteronrezeptoren (PR). Falls Ihre Krebszellen keine Hormonrezeptoren tragen sollten, kommt eine Anti-Hormonbehandlung für Sie nicht in Betracht.

Die Behandlung im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium unterscheidet sich je nachdem, ob Sie sich bereits nach den Wechseljahren befinden oder nicht. Für die Anti-Hormonbehandlung gibt es verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen.

Anti-Hormontherapie vor den Wechseljahren

Bei Frauen, die sich noch nicht in den Wechseljahren befinden (prämenopausale Patientinnen) und deren Eierstöcke daher weibliche Hormone bilden, hat sich eine Kombinationsbehandlung, d. h. Tamoxifen und ein sogenanntes GnRH-Analogon als wirksam erwiesen.

GnRH ist ein Hormon, das die Eierstöcke anregt. Die Gabe von GnRH-ähnlichen Substanzen (Analoga) führt jedoch zur Unterdrückung der Eierstockfunktion und damit zur Hemmung der Bildung weiblicher Hormone. Alternativ werden diese Medikamente auch mit Aromatasehemmern oder Fulvestrant verabreicht.

Anti-Hormontherapie nach den Wechseljahren

Neben den Aromatasehemmern, mit denen gute Ergebnisse erzielt werden können, stehen für Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausale Frauen) mit Tamoxifen und Fulvestrant weitere wirksame Substanzen zur Verfügung.

Zielgerichtete Therapie

Besteht eine Resistenz auf eine antihormonelle Therapie, sind innovative Ansätze gefragt. Hierzu wird ein zielgerichtetes, orales Medikament (mTOR-Inhibitor) zusammen mit dem Aromatase­hemmer Exemestan verabreicht. Die Wirksamkeit dieser Kombination hat sich im Alltag bewährt - eine innovative Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom nach den Wechseljahren.

Welche Behandlung zu welchem Zeitpunkt zum Tragen kommt, hängt wesentlich von den früheren Vorbehandlungen sowie der individuellen Situation ab.

 

Dr. med. Joachim Sauer

Quellen:

Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2012. Zuckschwerdt, München, 2012.

Foto: © Novartis Pharma GmbH, Bilddatenbank Novartis
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