Behandlung von Knochenmetastasen

Behandlung von KnochenmetastasenDer Knochen ist der Ort, an dem mit Abstand am häufigsten Absiedlungen (Metastasen) bei fortgeschrittenem Brustkrebs entstehen. Beschwerden durch Knochenmetastasen können Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Gleichzeitig lassen sich solche Beschwerden jedoch in der Regel gut behandeln.

Die Vorbeugung von Knochenbrüchen und die Behandlung von Knochenschmerzen fußen heutzutage vor allem auf der Gabe von Medikamenten. Ärztinnen/Ärzte setzen dazu Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate oder den Wirkstoff Denosumab ein.

Wie entstehen Knochenmetastasen?

Unkontrolliert wachsende Brustkrebszellen können sich aus dem Tumor lösen, sich über die Blut- oder Lymphgefäße im Körper verteilen und so unter anderem in Knochengewebe einwandern. Dort können sie sich festsetzen und Metastasen bilden.

Was lässt sich durch die Behandlung erreichen?

Knochenmetastasen erhöhen unter anderem das Risiko für Knochenbrüche und können Schmerzen verursachen. Mit den zur Verfügung stehenden Medikamenten lassen sich häufig das Risiko von Knochenbrüchen mindern, Schmerzen lindern und ein Anstieg des Kalziumgehalts im Blut (Hyperkalzämie) als Folge des vermehrten Knochenabbaus vermeiden. Der vermehrte Kalziumgehalt kann sich auf verschiedene Organe auswirken und z. B. Übelkeit, Verstopfung und Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen auslösen.

Der Einsatz der Medikamente kann dazu führen, dass weniger Bestrahlungen und Operationen durchgeführt werden müssen. Die Behandlung mit Bisphosphonaten oder Denosumab kann so wesentlich zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität und dem Erhalt Ihrer Leistungsfähigkeit beitragen.

Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau entgegen

Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau entgegen. Sie lagern sich an den Knochen an und verringern bzw. verhindern so dessen Abbau durch Knochenabbauzellen (Osteoklasten). Manche Bisphosphonate verringern zudem die Bildung minderwertigen Knochens durch Knochenaufbauzellen (Osteoblasten).

Im Allgemeinen vertragen die Patientinnen die Therapie mit Bisphosphonaten gut. Zu möglichen Nebenwirkungen zählen Knochen- und Muskelschmerzen. Daneben achtet der Arzt auf die Nierenfunktion. Bei wenigen Patientinnen, die in der Regel jedoch weitere Risikofaktoren haben, kann es zu einem Knochenschwund im Kiefer kommen. Mediziner sprechen dann von einer Kieferosteonekrose. Zu Beginn einer Infusionsbehandlung treten möglicherweise grippeähnliche Symptome auf.

Bisphosphonate werden in Form von Infusionen oder Tabletten verabreicht.

Denosumab

Dieser Wirkstoff ist ein Antikörper, der in den Knochenstoffwechsel eingreift. Denosumab wirkt gegen einen als „RANKL“ bezeichneten Signalstoff, ein Eiweiß, das die Osteoklasten zum Abbau von Knochen anregt. Denosumab verringert auf diese Weise den durch Metastasen bedingten Knochenabbau.

Der Antikörper wird unter die Haut gespritzt.

Operation und Bestrahlung

Auch wenn Medikamente im Mittelpunkt der Behandlung von Knochenmetastasen stehen, kommen in bestimmten Situationen weitere Behandlungsmethoden zum Tragen. Bei Knochenmetastasen in der Wirbelsäule kann beispielsweise operiert werden, wenn ein Bruch auftreten ist oder die Gefahr eines Knochenbruchs besteht. Ebenso wird bei einer akuten Gefährdung des Rückenmarks operiert. Knochenmetastasen können, ggf. mehrmals, bestrahlt werden, wenn die Metastasen die Beweglichkeit einschränken, bei Schmerzen, Bruchgefahr oder nach einer Operation.

 

05.06.2013; Dr. med. Joachim Sauer

Quellen:
Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Brustkrebs. Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2012. Zuckschwerdt, München, 2012.
Albert U-S, et al. Patientenratgeber Brustkrebs II. Die fortgeschrittene Erkrankung, Rezidiv und Metastasierung. „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Krebshilfe e. V. Berlin, 2011.

Foto: © Novartis Pharma GmbH