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Strahlentherapie bei Brustkrebs

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Brustkrebs. Ziel der Behandlung ist es, durch eine ausreichend hohe Strahlendosis alle Tumorzellen zu töten und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe zu schonen.

Die Bestrahlung ist ein Teil des Standard-Therapieprogramms

In der Regel erfolgt die Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation. Die Bestrahlung soll eventuell noch vorhandene Tumorzellen töten und somit die Wahrscheinlichkeit verringern, dass der Tumor erneut auftritt (Rezidiv). Auch nach einer vollständigen Brustentfernung (Mastektomie) kann eine Bestrahlung therapeutisch sinnvoll sein. Außerdem wird die Strahlentherapie zur Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) eingesetzt.

Die Strahlentherapie erfolgt nach vollständiger Heilung der Operationswunden, meist etwa drei bis vier Wochen nach der Operation. Wird zuvor eine Chemotherapie durchgeführt, beginnt die Bestrahlung üblicherweise nach Abschluss der Chemotherapie. Dagegen kann die Bestrahlung gleichzeitig zu einer antihormonellen Therapie stattfinden.

Die Dauer der Strahlentherapie hängt jeweils von der Einzelsituation ab, im Allgemeinen beträgt sie sechs Wochen. Falls eine Zusatzbestrahlung erforderlich ist, verlängert dies die Therapiedauer um weitere zwei Wochen.

Moderne Verfahren der Bestrahlung tragen zur Minderung von Nebenwirkungen bei

In den vergangenen Jahren sind die Bestrahlungsgeräte und -techniken erheblich verbessert worden, um die Strahlentherapie so effektiv und zugleich so schonend wie möglich zu machen.

Durch die computergestützte Therapieplanung kann das zu bestrahlende Areal so gewählt werden, dass die Bestrahlung des Tumors oder der Tumorreste präzise und exakt mit der jeweils notwendigen Dosis erfolgt. Das benachbarte Gewebe wird einer möglichst geringen Strahlenbelastung ausgesetzt, um somit die Nebenwirkungen zu vermindern beziehungsweise lokal zu begrenzen.

Nebenwirkungen im Bereich der Haut

Trotz moderner Bestrahlungstechniken können kurzfristige (akute) und vorübergehende Nebenwirkungen, aber auch eventuell auftretende Spätfolgen der Strahlentherapie, nicht vollständig vermieden werden.

Meist zeigen sich zwei bis drei Wochen nach der Bestrahlung vorübergehende Nebenwirkungen. Ähnlich wie bei einem Sonnenbrand, kann es zu Rötung der Haut, Ablösung oberflächlicher Hautschichten und Schuppung kommen.

Als Spätfolge kann sich gelegentlich, durch eine Schädigung der Schweißdrüsen, im bestrahlten Hautbereich dauerhaft trockene Haut entwickeln. Möglich sind auch bleibende Pigmentstörungen oder andere kosmetische Hautveränderungen.

Die akut veränderten Hautbereiche sollten vorsichtig und möglichst nicht mit reizenden Stoffen wie Seifen, Deo-Sprays etc. behandelt werden. Zum Waschen ist reines Wasser geeignet und zur Pflege können je nach Hauttyp kühlende und die Abheilung fördernde Lotionen verwendet werden. Besprechen Sie die Reinigung und Pflege des betroffenen Hautareals am besten mit dem behandelnden Strahlentherapeuten.

Weitere Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Eine weitere vorübergehende Nebenwirkung der Strahlentherapie kann ein sogenannter Strahlenkater sein, mit Anzeichen wie Müdigkeit, allgemeines Unbehagen und Kopfschmerzen. Auch ein Anschwellen und eine Überwärmung der Brust können zeitweise auftreten. Bei der Bestrahlung von Lymphgefäßen kann sich auch ein Lymphstau in den Armen (Arm-Lymphödem) entwickeln.

Wenn länger anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung überwiegen, wird dies als Fatigue bezeichnet. Fatigue kann verschiedene Ursachen haben, die in jedem Fall mit dem Arzt abgeklärt werden müssen. Im Rahmen der Strahlentherapie kann es beispielsweise sein, dass die Anzahl der roten Blutkörperchen verringert wird (Anämie). Die Anämie kann eine Mangelversorgung des Körpers mit Sauerstoff zur Folge haben und zu einer chronischen Erschöpfung führen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind eine Veränderung der Brustform sowie Nervenschäden bei Bestrahlung der Achselhöhle. Dank der modernen Radiotherapieverfahren treten heute Beeinträchtigungen von Lunge (Lungenfibrose) und Herz deutlich seltener als früher auf.

Vor der Therapie das Gespräch mit der Ärztin/dem Arzt suchen

Wie bei jeder Therapie ist es auch bei der Strahlentherapie wichtig, dass Sie sich vorab von Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt über die möglichen Nebenwirkungen aufklären lassen. Er kann Ihnen am besten sagen, mit was Sie ggf. rechnen müssen und was Sie dann tun können.

 

Dr. Heidemarie Seitz

Quellen:

Ursula Goldmann-Posch, Rita Rosa Martin: Über-Lebensbuch Brustkrebs, Schattauer Verlag, 5. Auflage, 2012.
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