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Die weibliche Brust: Anatomie und Entwicklung

Die weibliche Brust (lateinisch: mamma) ist die größte Hautdrüse. Sie ist Bildungsort der Muttermilch, weibliches Geschlechtsmerkmal, aber auch Entstehungsort gut- und bösartiger Erkrankungen. Diese kurze Einführung in die Anatomie und Entwicklung der weiblichen Brust soll Ihnen helfen, die Fachsprache der Ärzte und auch die Krankheit Brustkrebs besser zu verstehen.

Aufbau der weiblichen Brust

Die Brust besteht aus Drüsenkörper, Fett- und Bindegewebe (siehe Abb. 1). Der Drüsenkörper besteht aus 12-20 Drüsenlappen, jeder Drüsenlappen gliedert sich in mehrere Drüsenläppchen, in denen nach der Geburt eines Kindes die Muttermilch gebildet wird. Die Milch gelangt in das verzweigte System aus Milchgängen des Drüsenlappens und sammelt sich in einem Milchgang pro Drüsenlappen, der schließlich in der Brustwarze mündet.

Anatomie der weiblichen Brust

Abb. 1: Die weibliche Brust besteht aus Fett, Drüsen- und Bindegewebe. Sie liegt dem Brustmuskel auf, der die Rippen bedeckt, enthält selbst jedoch keine Muskeln. (Bild nach: Patrick J. Lynch Creative Commons Attribution 2.5 License)

Die Zellen der Milchgänge sind der Ursprungsort für die bei weitem häufigste Form des Brustkrebses, das duktale Mammakarzinom (lateinisch: ductus = Gang). Die zweithäufigste Form, das lobuläre Mammakarzinom (lateinisch: lobus = Lappen), entsteht in den Drüsenläppchen.

Anatomisch wird die Brust in vier Quadranten eingeteilt (siehe Abb. 2). Die bevorzugte Lokalisation ist der obere äußere Quadrant der Brust, aber auch die anderen Quadranten sowie die Brustwarzenregion können betroffen sein.

Brustquadranten - Häufigkeit von Brustkrebs

Abb. 2: Brustkrebs entsteht nicht an allen Stellen der weiblichen Brust gleich häufig. Teilt man die Brust in vier Bereiche oder "Quadranten" auf, tritt Brustkrebs am häufigsten im oberen äußeren Viertel der Brust auf.

Nerven und Blutversorgung

Die Brust wird vor allem im Bereich der Brustwarze von einem dichten Netz aus Nervenfasern durchzogen, was sie sehr empfindlich gegenüber Berührungsreizen macht. Die Blutversorgung erfolgt aus vielen kleinen Gefäßen, die aus größeren Blutgefäßen im Bereich der Achselhöhle und entlang des Brustbeins entspringen.

Die Brust wird weiterhin von einem System feinster Lymphgefäße durchzogen, die Gewebsflüssigkeit aufnehmen und weiterleiten. Die Lymphe dient unter anderem dem Abtransport von Krankheitserregern und Abbauprodukten von Zellen. Sie kann bei Brustkrebs aber auch abgelöste Krebszellen enthalten und diese in erster Linie den unmittelbar benachbarten Lymphknoten zuführen. Diese befinden sich überwiegend in der Achselhöhle, aber auch auf und im Brustmuskel, an Hals und Schlüsselbein, in den Rippenzwischenräumen und am Seitenrand der Brustdrüse.

Die Lymphe wird in den Lymphknoten gefiltert und mündet schließlich in den Blutkreislauf. Herausgefilterte Krebszellen können in den Lymphknoten zur Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) führen.

Lebenslanger Wandel unter Hormoneinfluss

Form und Größe der weiblichen Brust werden maßgeblich durch das Verhältnis von Drüsenkörper zu Binde- und Fettgewebe bestimmt. Diese verschiedenen Anteile unterliegen dem Einfluss von Hormonen, wobei hier vor allem die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron eine Rolle spielen.

Bei der Frau bewirken die Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus Veränderungen des Brustgewebes, daher sollten Frauen die regelmäßige Selbstuntersuchung ihrer Brust am besten in den ersten Tagen nach der Regelblutung durchführen.

Noch deutlicher sind die Veränderungen durch Hormone in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Während sich zu Beginn der Schwangerschaft der Drüsenkörper entfaltet und die Brust sich durch Größenzunahme auf die Milchbildung vorbereitet, kommt es in den Wechseljahren mit dem Nachlassen der Hormonproduktion zur Schrumpfung des Drüsenkörpers (Involution), bei älteren Frauen überwiegt der Fettgewebsanteil in der Brust.

Hormone und Brustkrebs

Bei etwa zwei Dritteln der bösartigen Brusttumoren lassen sich Hormonrezeptoren für Östrogen oder Progesteron nachweisen (Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs). Binden diese Hormone an ihre entsprechenden Rezeptoren, wird der Tumor zum Wachstum und eventuell zur Ausbreitung angeregt. Eine Anti-Hormontherapie (endokrine Therapie) blockiert diese Rezeptoren und stellt somit eine effektive Behandlungsoption dar.

 

Michaela Spaeth-Dierl, Cornelia Dietz
Aktualisiert von Dr. Heidemarie Seitz

Quellen:

Welsch: Lehrbuch Histologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 3. Auflage, 2010. Deutsches Grünes Kreuz. Die weibliche Brust. dgk.de/gesundheit/frauengesundheit/brustkrebs/die-weibliche-brust.html; abgerufen am 08.05.2013.

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